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Magazinbeute |
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| Bienenhaltung
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Zur Unterbringung der Bienenvölker haben sich Magazinbeuten weitgehend durchgesetzt und nur diese können zur Anschaffung empfohlen werden. Sie bestehen aus Teilen verschiedener Funktion, sind modular aufgebaut und können in hohem Maße sowohl den Bedürfnissen des Bienenvolks als auch der imkerlichen Betriebsweise angepasst werden.
Zur Grundausstattung einer Magazinbeute gehört mindestens ein Boden, darauf sitzende mit Waben bestückte Zargen und der Deckel.
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| Boden, geschlossen. Fluglochschieber höhenverstellbar |
Ganzzarge mit Waben. Zarge zur Veranschau- lichung schräg aufgesetzt |
Boden mit
Ganzzarge. Zarge aufgesetzt, Wabe gezogen |
Kompl. einzargige Magazinbeute. |
Der Beutenboden, die Basis der Magazinbeute, schließt den Beutenraum nach
unten ab. Er verfügt üblicherweise über ein im Querschnitt einstellbares
Flugloch und ein Flugbrett, welches Start und Landung der Bienen erleichtert. Nach oben hin
folgen aufsetzbare Zargen oder Magazine, welche die Waben
aufnehmen. Die Waben bestehen meist
aus hölzernen Wabenrahmen und dem darin von den Bienen
ausgeführten Wabenbau. Sie können zur
Nachschau einzeln gezogen, ggf. an andere Stellen umgehängt oder ausgetauscht
werden ("Mobiler Wabenbau").
Der abnehmbare Beutendeckel, vorteilhafterweise nach oben hin mit Wärmeisolierung versehen, schließt den
Beutenraum nach oben ab.
Der Beutenraum selbst ist durch Aufsetzen bzw. Entfernen von Zargen in Stufen veränderbar. Dies ermöglicht eine Anpassung des Brut- und Honigraums an unterschiedliche Volksstärken und Trachtverhältnisse.
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| Magazinbeuten mit einer bzw. zwei Ganzzargen als Brutraum. Beutengröße für ein Wirtschaftsvolk während der Überwinterung |
Absperrgitter zur Trennung von Brut- und Honigraum. |
Magazinbeuten
mit zwei Ganzzargen als Brutraum und einer Ganz- bzw. zwei Flachzargen als Honigraum über dem Absperrgitter. Beutengröße während der Trachtzeit |
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Darüber hinaus erlauben die variablen Systeme eine Vielzahl
betriebstechnischer Maßnahmen, wie die Bildung von Ablegern zur
Völkervermehrung, von Zwischenablegern in
der Schwarmzeit, von Pflegevölkern für die Königinnenzucht, das Vereinigen von
Bienenvölkern, die Honigentnahme, die Varroose- Bekämpfung usw. in einfacher Weise.
Extra Zargen können Wabenwerk beim Transport, der Weiterverarbeitung und zur
Aufbewahrung aufnehmen.
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Wanderimkerei. |
Wanderbienenstände. |
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Magazinbeuten erfüllen die Anforderungen der Wanderimkerei in hohem Maße, da sie den Transport von Bienenvölkern auch über weite Strecken und ein freies Aufstellen ohne besonderen Wetterschutz ermöglichen.
Vor- und Nachteile
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Die folgende beispielhafte Beschreibung erfolgt anhand der
Zander-Magazinbeute (Kieß, 1998) der Arbeitsgemeinschaft der
Magazinimker e.V. (ARGE)
Es handelt sich hierbei um eine Magazinbeute aus Holz für 10 Waben je Zarge ohne Falze und Beschläge.
Bei ihrer Konzeption wurden die wesentlichen vorteilhaften Merkmale der
Langstroth-Magazinbeute, wie beispielsweise Bee Space |
Der niedere Beutenboden ist als Gitterboden mit Schublade
ausgeführt. Er wird überwiegend als "Offener Boden" eingesetzt, kann
aber bei Bedarf durch Einschieben der Schublade auch als geschlossener
Beutenboden Verwendung finden. Die Konstruktion
lässt
ein Ziehen der Schublade sowohl von der Fluglochseite wie auch von der Beutenrückseite
aus zu, was bei bestimmten Aufstellungen der Völker wie beispielsweise im Viererblock erforderlich ist.
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| Gitterboden mit entfernter Schublade. Verwendung als offener Boden, Gitter vollkommen geöffnet |
Gitterboden mit Schublade. Zur Veranschaulichung etwas herausgezogen |
Der Abstand zwischen dem Bodengitter und den Unterträgern der Rähmchen der aufgesetzten Zarge beträgt 20 mm + 2 mm, wodurch der Boden von den Bienen sauber gehalten und der unerwünschte Wabenanbau an den Unterträgern der Rähmchen weitgehend vermieden wird.
Zur Varroose-Befallsdiagnose und zur Erfolgskontrolle von Varroose-Therapien können die von den Bienen abfallenden Milben auf dem Boden der eingesetzten Schublade aufgefangene und ggf. ausgezählt werden. Dazu sollte dieser von heller Farbe oder beispielsweise mit weißer Folie ausgelegt sein. Die Konstruktion erlaubt die Therapie mit der Ameisensäure-Schwammtuchmethode von unten, wozu allerdings ein Gitter aus korrosionsbeständigem Material erforderlich ist.
Der offene Gitterboden kann während eines Transports für die notwendige
Belüftung der Bienenvölker sorgen. Allerdings darf die Art und Weise der Beladung des
Fahrzeugs den Luftzutritt zu den Beutenböden nicht behindern. ![]()
Das Flugloch, der Ein- und Ausgang der Magazinbeute, kann in seinem Querschnitt durch Fluglochschieber bzw. Fluglochkeile nach Bedarf verändert werden. Üblich sind gestanzte Fluglochschieber aus verzinktem Stahl- oder Edelstahlblech bzw. aus Kunststoff-Spritzguss und Fluglochkeile aus Holz.
Die Ganzzargen sind für die Aufnahme von 10 Waben im Längsbau
eingerichtet und können
sowohl als Brut- wie auch als Honigraumzarge verwendet werden. Sie besitzen
weder Falze noch Beschläge und sind standardmäßig nicht mit Tragschienen für Wabenrahmen
ausgerüstet.
Befürchtungen bezüglich eines Verschiebens oder Verrutschens der Zargen
gegeneinander sind unbegründet, da
sich nach kurzem Gebrauch auf den Aufstandsflächen ausreichende Haftschichten aus
Propolis und Wachs ausbilden. Zum Transport der Magazinbeuten sind allerdings
Spanngurte erforderlich. ![]()
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| Ganzzarge ohne und mit Wabenrahmen. Zarge zur Veranschaulichung schräg auf den Gitterboden aufgesetzt |
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Die Eckverbindungen der Seitenwände sind verleimt und verschraubt. Griffleisten an den Stirnseiten erleichtern das Anheben.
Der Wabenrahmen entspricht in seinen wesentlichen Merkmalen, wie
beispielsweise breiter hoher Oberträger, formschlüssige stabile
Eckverbindungen, Längsdrahtung, Seitenteil in Hoffmann-Ausführung, dem Langstroth-Wabenrahmen. Seine Außenmaße
stimmen mit den Maßen des traditionellen Zander-Wabenrahmens überein, sodass
der modifizierte
Wabenrahmen
zum ursprünglichen Zander-Wabenrahmen kompatibel ist und auch dessen
Zander-Mittelwände verwendet
werden können. ![]()
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| Zander-Wabenrahmen gedrahtet, ohne Mittelwand
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Eckverbindung verleimt und getackert, Seitenteil mit Metallösen |
Konstruktive Details
Derzeit entsprechen nicht alle Zander-Magazinbeute, welche vom Imker-Fachhandel
als "kompatible Beutensysteme"
angebotenen werden, den Vorgaben der ARGE. Wie im Folgenden gezeigt, ist
jedoch eine Überprüfung wesentlicher Maße auf einfache Wiese möglich. ![]()
Flachzargen sind weniger hoch als Ganzzargen, benötigen entsprechend niedrigere Waben und dienen der Aufnahme des Honigs.
Vor- und Nachteile
Das Absperrgitter wird, außer in der Zuchtarbeit, hauptsächlich zur Trennung von Brut- und Honigraum eingesetzt. Seine lichten Durchtrittsöffnungen von 4,2 mm sind so dimensioniert, dass nur Arbeiterinnen, nicht aber die körperlich größere Königin und die Drohnen das Gitter passieren können. Durch seinen Einsatz kann ein Ausbreiten der Brut in den Honigraum verhindert werden.
Unter den verschiedenen Ausführungen mit Rundstäben aus Kunststoff oder Metall,
Kunststofffolie mit Ausstanzungen usw., ist gegenwärtig noch der meist teureren
Metallausführung der Vorzug zu geben. Wesentlich ist der Einfassrahmen, welcher
das Absperrgitter zu den Wabenrahmen sowohl zur unteren wie zur oberen Zarge hin
auf einem Abstand von 7 .. 8 mm hält. Dadurch können die Bienen das gesamte
Absperrgitter belaufen und auch passieren und werden möglichst wenig behindert.
Die Anordnung mit Längsstäben soll (Kieß, 1998) gegenüber einer solchen mit
Querstäben zu weniger Verbauungen am Gitter mit Wachs führen. ![]()
| Auf den Rähmchen-Oberträgern direkt aufliegende Absperrgitter sind nicht zu empfehlen, da dabei die Durchtrittsflächen auf die Breite der Wabengassen reduziert sind. |
In diesem Beutensystem besteht der oberen Abschluss des Beutenraums aus einer dreiteilige Deckelkombination, welche aus Innen-, Isolier- und Außendeckel besteht. Die Verwendung einer Abdeckfolie zwischen oberster Zarge und Innendeckel ist nicht vorgesehen.
Der Innendeckel ist in zwei Ausführungen, nämlich mit den inneren Tiefen 20 mm bzw. 50 mm erhältlich, wobei der hohe Innendeckel universeller einsetzbar ist.
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| Innendeckel mit 20
mm innerer Tiefe und Holzdeckel. Die kreisrunde Öffnung mit 114 mm Durchmesser kann eine Bienenflucht aufnehmen oder mit einem Holzdeckel verschlossen werden. |
Bienenflucht mit zwei
Ring- kanälen der Fa. Lega, Italien. |
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In die kreisrunde, mit einem Holzdeckel verschließbare Öffnung kann eine Bienenflucht eingesetzt werden. Wird der so bestückte Deckel zwischen Brut- und Honigraum eingelegt und ist der Honigraum brutfrei, so wandern die Bienen des Honigraums binnen 12 bis 24 Stunden durch die Bienenflucht zurück in den Brutraum. Dadurch wird die Honigernte im praktisch bienenfreien Honigraum wesentlich erleichtert.
Der hohe Innendeckel, auch als Futterdeckel bezeichnet, kann zur
Flüssigfütterung einen
Kunststoff-Futtertrog bzw. Futterteig-Packungen aufnehmen. Des Weiteren kann (Kieß, 1998)
der gewendete Deckel bei der Varroose-Behandlung mit Ameisensäure als
Pufferraum eingesetzt werden.
Der Isolierdeckel, eine 15 .. 20 mm starke luftdurchlässige Weichfaser-Dämmplatte, deckt den Innendeckel ab und dient als obere Wärmeisolierung des Beutenraums. Er ist unter dem Außendeckel nach oben hin belüftet und kann so etwa aufgenommene Feuchtigkeit an die Außenluft abgeben.
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| Isolierdeckel 20 mm stark. | |
Der Außendeckel wird nach dem Schachteldeckel-Prinzip über die darunter
liegenden Deckel und die oberste Zarge gestülpt und schließt die Beute nach oben ab.
Mit seiner inneren Tiefe von 135 mm dürfte auch bei stürmischem Wetter eine ausreichend
Fixierung ohne zusätzlich Beschwerung, z.B. durch Steine, gegeben sein. ![]()
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| Außendeckel gewendet Zur Vermeidung von Schwitzwasser sorgen vier Distanzklötze für gute Belüftung des Isolierdeckels. |
Außendeckel aufgesetzt |
Als obere Abdeckung sind Vollholzbrettchen oder eine Sperrholzplatte mit
zusätzlicher Blechhaube vorgesehen. Neuerdings sind Außendeckel mit
Abdeckungen aus wasserfest verleimten Furniersperrholzplatten ohne
Blechabdeckung im Handel. ![]()
Aus der Vielzahl an unterschiedlichen Wabenmaßen, welche die Bauweise der Magazinbeute mitbestimmen, haben sich im Laufe der Zeit bei uns folgende durchgesetzt:
Das kleinste unter den gängigen Maßen in der Magazinimkerei. Obwohl es beim Imkern mit starken Völkern heute als zu klein angesehen wird, kann damit durchaus erfolgreich gearbeitet werden.
Ausreichende Wabengröße. Das Zander-Magazin erfährt zunehmende Verbreitung, hat aber in seiner klassischen Ausführung einige betriebstechnische Nachteile.
ist etwas größer als das Zander-Maß. Das Langstroth-Magazin hat, zum Teil mit Abwandlungen, weltweit große Verbreitung erfahren (Hüsing, Nitschmann, 1987) und ist auch hierzulande immer häufiger in Gebrauch. Bei der Anschaffung ist auf korrekte Beuten- (Bee Space) und Wabenrahmenkonstruktion zu achten.
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Zur Neuanschaffungen können Magazine im Zander- oder Langstroth-Maß
empfohlen werden. |
Kieß, K. (1998): Bauanleitung für das Zander-Magazin - kompatibles System -
Eigenverlag des Verfassers
Hüsing, O., Nitschmann, J. (1987): Lexikon der Bienenkunde. Ehrenwirth, München.
| Update 29.11.2008 | |||
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