Wie beginnen ich eine Imkerei?

Empfehlungen, Hinweise

Bienenhaltung > Wie beginne ich eine Imkerei? 

Grundlegendes
Bienenstandort und Aufstellungsweise
Anfangsausrüstung
Beschaffung von Bienenvölkern
Sach- und Haftpflichtversicherung
Kontakt zum örtlichen Imkerverein
Literaturhinweise
Anschriften
Checkliste

 

Nachfolgend sind die wesentlichen, in der Website "BIENENHALTUNG - Eine Kurzanleitung für Einsteiger", www.neuimker.de gegebenen Hinweise und Empfehlungen in zusammengefasster Form wiedergegeben. Querverweise (Hyperlinks) auf entsprechende Textstellen der Website werden durch das Symbol angezeigt.

Grundlegendes

Vor dem Einstieg

Ein Einstieg in die Bienenhaltung sollte überlegt und vorbereitet sein. Vor allem muss das notwendige Erlernen der imkerlichen Praxis, die notwendigen Anschaffungen, der Raumbedarf, der Bienenstandort und der erforderliche Zeitaufwand für den laufenden Betrieb bedacht werden. Gelegenheit, sich mehr Klarheit über den gesamten Fragenkomplex zu verschaffen, bietet der Besuch einer Imkerei.

Persönliche Voraussetzungen

Personen mit Bienengift-Allergien ist zu empfehlen ihr Vorhaben mit einem Arzt abzuklären. Auch sollte das Anheben der gelegentlich 20-30 kg schweren Zargen der Magazinbeuten Glossar kein Problem darstellen.

Fachwissen

Hinreichendes theoretisches Wissen über die Honigbiene und die Bienenhaltung gepaart mit praktischer imkerlicher Erfahrung sind die Voraussetzungen für einen dauerhaften Erfolg. Dazu bieten zunehmend Imkervereine über das gesamte Bienenjahr hinweg laufende Neuimkerkurse an, wobei sie den theoretischen Teil in Schulungsräumen, die imkerliche Praxis auf ihren Lehrbienenständen vermitteln.

Mentor, Betreuer

Vorteilhaft, fast notwendig, ist am Anfang der Rat und Beistand eines erfahrenen Imkerkollegen. Er sollte bei Fragen und Entscheidungen wie der Standortwahl, des Völkerkaufs, der Betriebsweise, des Fangens von Schwärmen usw. zur Seite stehen. Günstig ist auch, wenn der Einsteiger teure Einrichtungen wie z.B. eine Honigschleuder für die erste Zeit mitbenutzen darf. Evtl. kann die Imkerei sogar am Bienenstandort des Mentors begonnen werden. Top

Bienenstandort und Aufstellungsweise

Die Existenz gesunder, leistungsfähiger Bienenvölker setzt günstige Lebensbedingungen am Bienenstandort voraus. Deshalb sollten sich die Auswahlkriterien vorrangig nach den Bedürfnissen der Bienen wie dem Kleinklima und den Nahrungsquellen richten und nachgeordnet nach der Art der Bienenhaltung, also betriebstechnischen Gesichtspunkten wie die örtliche Lage , die Aufstellungsweise und Unterbringung der Völker. Top

Bienenstandort

Kleinklima
Nahrungsquellen

Örtliche Lage im Wohn- und Außenbereich

Bei der Wahl des Bienenstandorts und der Platzierung der Bienenvölker innerhalb des Grundstücks sind neben den Bedürfnissen der Bienenhaltung auch die örtlichen Verhältnisse in Betracht zu ziehen. Neben nachbarschaftlichen Rücksichtnahmen sind die gesetzlichen und gebietsspezifischen Bestimmungen für die Nutzung des vorgesehenen Grundstücks als Bienenstandort zu beachten. nach oben

Ortslage

Außenbereich

In der Regel sind in land- und forstwirtschaftlich genutzten Außenbereichen die imkerlichen Entfaltungsmöglichkeiten größer und das Trachtangebot meist ergiebiger als in Ortslagen. Aber auch hier sollte einiges beachtet werden, wie beispielsweise

Der Einsteiger sollte Aufstellorte im Außenbereich bevorzugen. nach oben

Aufstellweise

Die Aufstellungsweise ist mitbestimmend für ein ergonomisches Bearbeiten der Bienenvölker.

 

Das Abheben und Aufsetzen schwerer Zargen sowie das Ziehen der Waben bei der Durchsicht der Bienenvölker ist bei Magazinbeuten von der Beutenlängsseite her am günstigsten. Von hier kann mit rückenschonender symmetrischer Körperbelastung gearbeitet werden. Dies setzt den Zugang zu den Magazinen von der Seite her voraus. Das Aufstellen der Magazine auf Lagern oder Gestellen mit einer Höhe von 20-30 cm über dem Erdboden vermeidet das Arbeiten in gebückter Haltung und schützt darüber hinaus die Bienenvölker vor Bodenkälte. nach oben

Anfangsausrüstung

Magazinbeute (Bienenwohnung)

Zur Unterbringung der Bienenvölker haben sich Magazinbeuten weitgehend durchgesetzt und nur diese können zur Anschaffung empfohlen werden. Sie bestehen aus Teilen verschiedener Funktion, sind modular aufgebaut und können in hohem Maße sowohl den Bedürfnissen des Bienenvolks als auch der imkerlichen Betriebsweise angepasst werden. Seitenanfang

Aufbau, Eigenschaften

Zur Grundausstattung einer Magazinbeute gehört mindestens ein Boden, darauf sitzende mit Waben bestückte Zargen und der Deckel. Der Beutenraum selbst ist durch Aufsetzen bzw. Entfernen von Zargen in Stufen veränderbar. Dies ermöglicht eine Anpassung des Brut- und Honigraums an unterschiedliche Volksstärken und Trachtverhältnisse. Seitenanfang

Teile der Magazinbeute

Beutenboden

Es sind vornehmlich zwei Bauformen zu unterscheiden, nämlich geschlossene Böden und Gitterböden. Letztere können durch Entfernen einer Schublade offen gelassen werden, wodurch man besonders über den Winter im Innern der Beute Schwitzwasser und Wabenschimmel weitgehend vermieden kann. Die Möglichkeit zur Beobachtung des Varroamilben-Totenfalls muss bei allen Bauformen gegeben sein. Seitenanfang

Ganzzarge (Magazin)

Die Ganzzargen sollten für die Aufnahme von mindestens 10 Waben im Längsbau Glossar eingerichtet sein und können sowohl als Brut- wie auch als Honigraumzarge verwendet werden. Sie benötigen weder Falze noch Beschläge. Für ein Volk sind mindestens drei, besser vier Ganzzargen bereitzuhalten. Seitenanfang

Futtereinrichtung

Futterzarge

Manche Magazinbeutensysteme beinhalten Futterzargen. Die sehr unterschiedlichen Bauformen erlauben das Verfüttern von flüssigem wie auch teigartigem Futter.

Vorteile sind meist die Möglichkeit der Aufnahme großer Futtermengen, eine gewisse Unabhängigkeit von der Außentemperatur bei der Einfütterung und die weitgehende Vermeidung von Räuberei.

Nachteil ist der rel. hohe Preis für eine wenig genutzte Einrichtung. Seitenanfang

 

Futtereimer

können in Verbindung mit einer leeren Brutraumzarge verwendet werden und stellen eine kostengünstige Alternative dar. Seitenanfang

Beutendeckel

schließen die Beute nach oben ab. Sie sind in verschiedenen Bauformen erhältlich, sollten nach oben hin gut wärmeisolieren und ohne zusätzlich Beschwerung (Steine, usw.) auch bei stürmischem Wetter ausreichend fixiert sein (z.B. Schachteldeckel-Prinzip). Seitenanfang

Wabenmaß

Aus der Vielzahl an unterschiedlichen Wabenmaßen, welche die Bauweise der Magazinbeute mitbestimmen, haben sich im Laufe der Zeit folgende durchgesetzt:

Derzeit ist eine kaum überschaubare Anzahl unterschiedlicher Beutensysteme und Wabenrahmentypen in Gebrauch und selbst bei den Magazinbeuten setzt sich die angestrebte Standardisierung (ARGE) nur allmählich durch. Dies bedeutet, dass Teile von Magazinbeuten, selbst gleichen Wabenmaßes, von den einzelnen Herstellern unterschiedlich ausgeführt sein können und diese dann gegeneinander nicht austauschbar sind. Deshalb können auch Nachkäufe i. Allg. nur beim selben Hersteller getätigt werden. Gebrauchte Magazinbeuten, z.B. aus aufgegebenen Bienenhaltungen, sollten nur dann Verwendung finden, wenn sie dem heutigen Stand entsprechen und Ergänzungskäufe möglich sind. Seitenanfang

Werkzeuge, Geräte

Schutzkleidung

Beschaffung von Bienenvölkern

Die Beschaffung der ersten Bienenvölker erfolgt üblicherweise durch Kauf bei Imkern des örtlichen Vereins oder über Verkaufsanzeigen z.B. in imkerlichen Fachzeitschriften. Gelegentlich eingefangene Schwärme können später der Aufstockung der Völkerzahl dienen. Top

Zeitpunkt

Gewöhnlich werden Bienenvölker nach der Auswinterung, also nicht vor Ende März gekauft. Die beginnende Volksentwicklung und der Gesamtzustand des Volkes kann dann einigermaßen beurteilt werden. Top

Völkerzahl

Zu Empfehlen ist die Anschaffung von 2 .. 5 Wirtschaftsvölkern oder starken Ablegern. Höhere Völkerzahlen sind vom Einsteiger, der auf sich gestellt ist, kaum beherrschbar. Andererseits kann es über das Jahr zu Völkerausfällen kommen, sodass eine zu geringe Völkerzahl sofort den Totalausfall der neu gegründeten Bienenhaltung bedeuten könnte. Top

Bienenrasse

Die in Deutschland am häufigsten gehaltene Bienenrasse ist wohl die "Carnica"-Biene (Apis mellifera carnica), welche durch jahrzehntelange Zucht und Auslese zu einer sanftmütigen, fleißigen Biene geworden ist. Demgegenüber arbeiten vornehmlich Erwerbsimkereien auch mit Stämmen aus Kombinationszuchten wie beispielsweise der "Buckfast"-Biene. Seitenanfang

Sperrbezirke

Um die Ausbreitung von Bienenseuchen (z.B. Amerikanische Faulbrut) zu vermeiden, können behördlicherseits vorübergehend Sperrbezirke eingerichtet werden. Es sollte vor dem Bienenkauf und dem Abtransport geklärt sein, dass sich sowohl der Standort des Verkäufers wie auch der eigene Standort nicht in einem Sperrbezirk befinden. Auskünfte erteilen die zuständigen Behörden (Veterinärämter). Seitenanfang

Bienenkauf

Beurteilung der angebotenen Bienenvölker

Der Kauf sollte von einem Neuimker möglichst in Begleitung eines erfahrenen Imkers getätigt werden und bleibt trotzdem noch in gewissem Umfang Vertrauenssache. So können beispielsweise das Alter der Königin, die Schwarmträgheit, die durchgeführten vorbeugenden Behandlungen gegen Krankheiten (Varroose) usw. bei der Durchsicht des Bienenvolks nicht eindeutig geklärt werden. Seitenanfang

Gesundheitsbescheinigung

Zum Verbringen von Bienenvölkern an einen anderen Standort ist eine gültige "Gesundheitsbescheinigung für Bienenvölker" notwendig. Für die gekauften Bienenvölker ist dem Käufer vom Verkäufer diese Bescheinigung zumindest als Kopie auszuhändigen. Top

Preis

Der Preis ist Verhandlungssache, richtet sich vornehmlich nach der Volksgröße, d.h. der Anzahl an Brut- und Futterwaben sowie dem Bienenbesatz. Top

Sach- und Haftpflichtversicherung

Der Abschluss entsprechender Sach- und Haftpflichtversicherungen  erscheint angebracht. Auf die Erfordernisse der Bienenhaltung zugeschnittene Sach- und Haftpflichtversicherungen, in Form von Kombi- oder Imker-Global-Versicherung, können über die meisten Imkerverbände abgeschlossen werden.  

Kontakt zum örtlichen Imkerverein 

Imkervereine sind in der Region die Ansprechpartner in imkerlichen Belangen. Neben ihren vielfältigen Aufgaben und Angeboten verfügen sie mit ihren Obleuten für Zucht, Bienengesundheit (BSV), Bienenwanderung, Waldtrachtbeobachtung usw. über Sachkompetenz und man kann oder muss ggf. auch ihre Dienste in Anspruch nehmen. Eine  Kontaktaufnahme ist sicherlich auch ohne Mitgliedschaft für beide Seiten von Nutzen. Top

Literaturverzeichnis

Bücher

Die Honigbiene
Vom Bienenstaat zur Imkerei

A. Spürgin
Ulmer - Verlag
ISBN-10: 3-8001-5751-9

 

Bienen halten
Eine Einführung in die Imkerei

F. Lampeitl
Ulmer-Verlag
ISBN 978-3-8001-5195-0

 

1 mal 1 des Imkers

F. Pohl

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

ISBN 3-440-09295-X

 

Honigbienenhaltung
W. Geckeler
Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-8001-4398-6 Seitenanfang

Zeitschriften

ADIZ, die bienen, Imkerfreund

Verlag: DLV, Deutscher Landwirtschaftsverlag

Lothstraße 29, 80797 München

E-Mail: dlv.muenchen@dlv.de

Internet: www.dlv.de

 

Bienenpflege
Herausgeber: Landesverband Württembergischer Imker e. V.
Olgastr. 23, 73262 Reichenbach
E-Mail: info@lvwi.de

Internet: www.lvwi.de

 

Deutsches Bienen Journal
Herausgeber und Verlag: Deutscher Bauernverlag GmbH
Wilhelmsaue 37, 10713 Berlin
E-Mail: bienenjournal@bauernverlag.de

Internet: www.bienenjournal.de Seitenanfang

Anschriften

Imkerverbände

Landesverband Württembergischer Imker e.V.

E-Mail: info@lvwi.de

Internet: www.lvwi.de

 

Deutscher Imkerbund e.V. (DIB)
E-Mail: deutscherimkerbund@t-online.de
Internet: www.deutscherimkerbund.de Seitenanfang

Hersteller und Händler für Imkereiausrüstungen

Chr. Graze
Fabrik für Bienenzuchtgeräte
Staffelstraße 5, 71384 Weinstadt-Endersbach

E-Mail: info@graze.eu

Internet: www.bienenzuchtgeraete.de

 

Süddeutsche Imkergenossenschaft e.G.

Olgastr. 19-21, 73262 Reichenbach an der Fils

E-Mail: info@suedd-imker.de

Internet: www.suedd-imker.de

 

Bergwinkel-Werkstätten

Am Schafleger, 36381 Schlüchtern

E-Mail: wfb-slue@bwmk.de

Internet: www.bwmk.de Seitenanfang

Checkliste

Abklären ob eine Bienengiftallergie vorliegt und ggf. die Empfehlung eines Facharztes befolgen
Hinreichende theoretische Kenntnisse aneignen. Vorteilhafterweise einen Neuimkerkurs für Theorie und Praxis besuchen
Vor dem Einstieg einen Mentor, Betreuer suchen
Bei der Wahl des Bienenstandorts auf günstige Lebensbedingungen der Bienenvölker achten (Kleinklima, Nahrungsquellen)
Bienenstandort im Außenbereich bevorzugen
Zur Neuanschaffungen können Magazinbeuten im Zander- oder Langstroth-Maß empfohlen werden
Magazinbeuten sollten den Standards der "Arbeitsgemeinschaft der Magazin-Imker e.V." - www.magazinimker.de entsprechen
Ältere Magazinbeuten nur dann übernehmen, wenn Ergänzungskäufe möglich sind
Der Bienenkauf sollte möglichst in Begleitung eines erfahrenen Imkers getätigt werden
Bei Bienenkauf eine gültige "Gesundheitsbescheinigung für Bienenvölker" als Kopie aushändigen lassen und am Bienenstapel auf dem Heimatstand anbringen
Bienenvölker dürfen nicht verbracht werden, wenn der Standort des Verkäufers oder der eigene Standort oder beide in einem Sperrbezirk liegen
Mit der Anschaffung und Aufstellung der ersten eigenen Bienenvölker ist i. Allg. auch die Neugründung einer Bienenhaltung verbunden. Dies ist bei der zuständigen Behörde (Veterinäramt) anzuzeigen

 


Literatur, Quellen

Kieß, K. (1998): Bauanleitung für das Zander-Magazin  - kompatibles System -

Eigenverlag des Verfassers

 


Top Update 11.04.2010
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